Erfolg · Naturschutz Das letzte Wildpferd — Zurück aus der Ausrottung in freier Wildbahn
Das Przewalski-Pferd – die einzige wirklich wilde Pferdeart auf der Erde, die nie domestiziert wurde – wurde nach der letzten Sichtung im Jahr 1969 in freier Wildbahn für ausgestorben erklärt. Jeder Überlebende stammte von einer winzigen, in Gefangenschaft gehaltenen Gründerpopulation von etwa einem Dutzend Tieren ab, die in Zoos gehalten wurden. Dann wurde es zurückgebracht. China startete 1985 sein Programm "Wild Horses Return Home"; ein Peer-Review-Bericht dokumentiert 24 Gründerpferde, die zwischen 1985 und 2005 in fünf Gruppen aus Zoos in Deutschland, Großbritannien und den USA in ein Zuchtzentrum im Halbwüsten-Junggar-Becken in Xinjiang verlegt wurden, wobei das erste Fohlen 1988 geboren wurde. Durch jahrzehntelanges sorgfältiges Zuchtbuchmanagement (international beaufsichtigt vom Prager Zoo seit 1959) zur Bekämpfung der Inzucht, die einen so schmalen Genpool bedroht, sowie durch Überwachung und schrittweise Auswilderung (Rewilding), überstieg die chinesische Population bis 2025 900 Tiere – etwa ein Drittel des weltweiten Bestands. Die IUCN hatte die Art weltweit bereits 2011 von "in der Natur ausgestorben" ["Extinct in the Wild"] auf "stark gefährdet" ["Endangered"] herabgestuft. Ehrliche Vorbehalte verhindern, dass dies zu einem makellosen Mythos wird: Naturschützer merken an, dass die chinesischen Herden mancherorts noch auf zusätzliche Winterfütterung und Wasser angewiesen sind, sodass eine vollständig selbsterhaltende wilde Population noch nicht gesichert ist und Inzucht ein langfristiges Risiko bleibt. Aber der Bogen ist echt – eine Art, die innerhalb der lebenden Erinnerung aus der Wildnis verschwunden war, zählt nun weltweit Tausende, und eine laufende Partnerschaft unter der Leitung des Prager Zoos, des Berliner Tierparks und des UN-Umweltprogramms begann 2024 damit, Pferde per Luftbrücke zur Auswilderung in die Goldene Steppe Kasachstans zu bringen, wo sie seit zwei Jahrhunderten verschwunden waren. Ein Beweis dafür, dass einige Verluste rückgängig gemacht werden können.