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KONTEXT / DEBATTE

Debatte · strukturell "Stakeholder Capitalism" — Konzernmacht in freundlicherer Schriftart

Die Leitidee des WEF, die vom Gründer Klaus Schwab seit den 1970er Jahren gefördert wird, ist der "Stakeholder-Kapitalismus" ["stakeholder capitalism"] – die Vorstellung, dass Unternehmen Mitarbeitern, Kunden, der Gesellschaft und dem Planeten dienen sollten, nicht nur den Aktionären. Es klingt human, und das "Davos-Manifest" von 2020 rahmte es als eine "bessere Art von Kapitalismus" ["better kind of capitalism"] ein. Die strukturelle Kritik, die von Analysten aus dem gesamten Spektrum geäußert wird: Der eigentliche Entwurf des WEF – die Global Redesign Initiative nach 2008, ein 600-Seiten-Plan für globale Governance – sieht ein "Multi-Stakeholder"-Modell vor, in dem, in den eigenen Worten des WEF, "die Stimme der Regierung eine unter vielen wäre, ohne immer der letzte Schiedsrichter zu sein" ["the government voice would be one among many, without always being the final arbiter"]. Kritiker wie der UMass-Governance-Forscher Harris Gleckman argumentieren, dass dies Konzernen stillschweigend einen formellen Sitz bei globalen Entscheidungen einräumt, der historisch gewählten Regierungen vorbehalten war – was Macht konzentriert, anstatt sie zu verteilen. Eingeordnet als Debatte: Verteidiger sehen freiwillige unternehmerische Verantwortung; Kritiker sehen demokratische Autorität zugunsten nicht gewählter unternehmerischer "Stakeholder" verwässert.

Quellen zuletzt geprüft: 2026-06-02
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