Rechtsstreitigkeiten + Beschwerden Das Erbe anderer Kulturen verkaufen — Kulturelle Aneignung durch Konzerne
Globale Marken haben wiederholt indigene Designs übernommen, um Produkte ohne Zustimmung, Nennung oder Entschädigung zu verkaufen – und Gemeinschaften wehren sich zunehmend mit rechtlichen Mitteln. Die Navajo Nation verklagte Urban Outfitters wegen Produkten mit "Navajo"-Branding und berief sich auf Markenrechtsverletzung und den Indian Arts and Crafts Act; ein Bundesrichter ließ den Fall zu. Das Sealaska Heritage Institute in Alaska verklagte Neiman Marcus wegen eines kopierten Ravenstail-Strickmusters (oder Yéil Kuté) – was als erster Fall in den USA gilt, in dem ein Unternehmen wegen des Kopierens eines traditionellen indigenen Designs verklagt wird. Das mexikanische Kulturministerium hat Zara, Anthropologie, Patowl, Carolina Herrera, Isabel Marant, Zimmermann und Mango offiziell beschuldigt, mixtekische und oaxacanische Muster ohne Erlaubnis kopiert und kommerziell verwertet zu haben. Die rechtliche Lücke: Das Gesetz zum Schutz des geistigen Eigentums schützt namentlich genannte individuelle Schöpfer, kein kollektiv von einer Gemeinschaft gehaltenes "traditionelles Wissen" – was genau der Grund ist, warum dies umstritten [contested] bleibt. Ein Gegenbeispiel dafür, wie man es richtig macht: Disney unterzeichnete ein formelles Abkommen mit Anführern der Sámi, bevor deren Kultur in Frozen 2 verwendet wurde.