Ein Verzeichnis · mit Primärquellen
On The Record
GERICHTSURTEIL

Schuldbekenntnis 2007 · Urteil 2024 Chiquita — Bananen, Blut und eine Terroristen-Gehaltsliste

Der Bananenriese Chiquita half bei der Bezahlung eines Todesschwadrons. Im Jahr 2007 bekannte sich das Unternehmen vor einem US-Bundesgericht schuldig [pleaded guilty], Zahlungen an die Vereinigten Selbstverteidigungskräfte Kolumbiens (AUC) geleistet zu haben – eine rechte paramilitärische Gruppe, die 2001 als ausländische Terrororganisation eingestuft wurde – und zahlte eine strafrechtliche Geldstrafe in Höhe von 25 Millionen US-Dollar. Etwa in den Jahren 1997–2004 schleuste Chiquita rund 1,7 Millionen US-Dollar an die AUC; Gerichtsakten besagen, dass die AUC und ihre Vorgänger mit dieser Art der Finanzierung von etwa 1.000 Kämpfern auf mehr als 30.000 anwuchsen, und kolumbianische Quellen schreiben den Paramilitärs in dieser Ära über 100.000 zivile Tötungen oder "Verschwindenlassen" zu. Chiquita hat das Geld stets als Erpressung bezeichnet – Schutzgeldzahlungen unter Zwang. Eine Jury sah dies anders. Im Juni 2024, nach 17 Jahren Rechtsstreitigkeiten, befand eine achtköpfige Bundesjury in West Palm Beach Chiquita für die Tode von acht Männern, die von der AUC getötet wurden, als haftbar [liable] und sprach deren Familien 38,3 Millionen US-Dollar zu – das erste Mal, dass eine amerikanische Jury einen großen US-Konzern für die Mitschuld an Menschenrechtsverletzungen im Ausland haftbar machte. Der Richter wies Chiquitas Versuch zurück, die zugesprochene Summe drastisch zu kürzen; Chiquita legt Berufung ein, und dies war nur der erste "Bellwether"-Prozess (Musterprozess) von vielen. Sowohl das strafrechtliche Schuldbekenntnis als auch das zivilrechtliche Urteil sind gerichtlich festgestellte Fakten [adjudicated fact].

Quellen zuletzt geprüft: 2026-06-02
· Karte hoch · Karte breit · Link kopieren

→ Im vollständigen Verzeichnis lesen