Untersuchungen · $5B+ gezahlt Die katholische Kirche — Missbrauch, Leugnung und das Spielbuch der Vertuschung
Die Krise des klerikalen sexuellen Missbrauchs ist der kanonische Fall institutioneller Straflosigkeit: Der Missbrauch war riesig, und die Vertuschung war Politik. Die von den US-Bischöfen in Auftrag gegebene Studie des John Jay College dokumentierte rund 11.000 Missbrauchsvorwürfe gegen fast 4.500 US-Geistliche zwischen 1950 und 2002. Im Jahr 2018 identifizierte eine Grand Jury in Pennsylvania – die größte derartige staatliche Untersuchung in den USA, 884 Seiten über sechs Bistümer hinweg – 301 "Ausbeuter-Priester" ["predator priests"] und über 1.000 kindliche Opfer über 70 Jahre hinweg und kam zu dem Schluss [concluded], dass hochrangige Führungskräfte bis hinauf in den Vatikan davon wussten und es verheimlichten. Der Generalstaatsanwalt fasste die Methode in drei Worten zusammen: "Missbrauch, Leugnung und Vertuschung" ["abuse, deny and cover-up"] – Priester wurden stillschweigend zwischen Pfarreien versetzt, Beschwerden als "Herumtollen" ["horseplay"] umgedeutet, Akten versteckt, Vergleiche heruntergehandelt. Der Skandal löste Untersuchungen in über 20 Bundesstaaten aus. Finanziell haben US-Bistümer und -Orden weit über 5 Milliarden US-Dollar an missbrauchsbedingten Kosten ausgegeben, wobei rund 20 Konkurs anmeldeten. Hinweis zur Einstufung: Die Erkenntnisse des John Jay College und der Grand Jury sind offizielle Untersuchungsergebnisse, und sehr viele einzelne Priester wurden strafrechtlich verurteilt [criminally convicted] – aber eine große Anzahl von Fällen wurde durch die Verjährungsfrist oder den Tod von Missbrauchstätern geschützt, was bedeutet, dass der dokumentierte Missbrauch das bei Weitem übersteigt, was jemals von einem Gericht verhandelt wurde [adjudicated]. Diese Lücke ist der dauerhafte Erfolg der Vertuschung.